Foto: Kreisverwaltung

Nachrichten Bischofsheim | An diesem Montagnachmittag wurde der erste Spatenstich für den Umbau und die Modernisierung des Wertstoffhofs Sonnenwerk in Bischofsheim gemacht. Bis Mitte des kommenden Jahres soll dort alles moderner, digitaler und für die Kundschaft komfortabler werden. Rund zwei Millionen Euro investiert die Abfall-Wirtschafts-Service GmbH (AWS), hundertprozentige Tochtergesellschaft der Riedwerke Kreis Groß-Gerau, in das Vorhaben.


Neue und großzügige Fahrspuren

Nach dem Abbruch von Altgebäuden auf dem Sonnenwerk-Areal am Schindberg, die früher der Kompostaufbereitung dienten, ist die Fläche gut zu erkennen, auf der die Container und Boxen für die Wertstoffe Platz finden sollen. Es wird neue, großzügige Fahrspuren zum Hof geben, um den Anlieferverkehr zu entzerren. Der Weg führt dabei künftig direkt aufs ehemalige Müllumschlagsgebäude zu. Die Autos werden dann ohne Begegnungsverkehr um die Container herum gelenkt.

Die Anlage orientiert sich an der bereits von der AWS modernisierten in Büttelborn. Auch dort wurde so gebaut, dass niemand mehr Gegenstände über eine steile Treppe tragen und dann in die Behälter wuchten muss. Die Containerkante wird nicht mehr so hoch sein wie bisher.

Zwei neue Waagen und ein Sozial-/Bürogebäude

Gebaut werden zudem zwei neue Waagen und ein Sozial-/Bürogebäude für die Mitarbeitenden. Mindestens zwei werden immer zeitgleich anwesend sein, je nach Zuspruch können es auch mehr werden. Die Öffnungszeiten jedenfalls sollen auf 45 Wochenstunden ausgeweitet werden. Die Fläche des bisherigen Wertstoffhofs wird der Firma Holzwerk Bischofsheim GmbH zugeschlagen, die ihrerseits eine andere Ecke des Geländes an den neuen Wertstoffhof abgibt.



Landrat Thomas Will dazu

Landrat Thomas Will, selbst aus Bischofsheim, erinnerte sich gut an die Entwicklung, die das Areal am Schindberg genommen hat – von der benachbarten früheren Mülldeponie über die Kompostierungsanlage von Mitte der siebziger bis Ende der neunziger Jahre zum Sonnenwerk, das sich zu einem Zentrum für erneuerbare Energien entwickelte. „Aus der Müllentsorgung früherer Zeiten wurde die Abfallwirtschaft“, sagte Thomas Will. Die Bedeutung solcher Einrichtungen habe sich gerade in den vergangenen Monaten wieder gezeigt. Auf den Hochbetrieb im Sonnenwerk müsse man „mit zeitgemäßen und barrierefreien“ Entsorgungsangeboten reagieren.

2000 Anlieferer pro Woche

Im Wertstoffhof können rund 15 verschiedene Abfallarten angeliefert werden. Die aktuelle Zahl der Anlieferer liegt bei rund 2000 pro Woche. Davon kommen 70 Prozent aus der Gemeinde Bischofsheim und rund 15 Prozent aus der Stadt Rüsselsheim am Main. Die AWS betreibt neben dem Sonnenwerk, das auch während des Corona-Shutdowns geöffnet war, Wertstoffhöfe in Büttelborn, Trebur, Stockstadt, Riedstadt-Erfelden und bald zusätzlich in Mörfelden-Walldorf.