Mainz. Biontech hat gemeinsam mit Pfizer den Zulassungsprozess für einen Corona-Impfstoff gestartet. Wie das Mainzer Unternehmen mitteilt hat es den Stoff “BNT162 b2” bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA für das entsprechende Verfahren angemeldet. Das habe sich aus den Ergebnissen der vorklinischen und der frühen klinischen Studien als naheliegender Schritt ergeben.


Nach Darstellung von Biontech gibt es Anzeichen dafür, dass BNT162b2 in der Lage ist, die Herstellung von Antikörpern zu fördern. In Kombination mit einer T-Zellen-Reaktion könne das dazu führen, dass Menschen sich vor einer Infektion und einer Erkrankung schützen können. Zusammen mit Pfizer und der EMA habe Biontech nun das “Rolling Review”-Verfahren gestartet

Es ist unsere Pflicht, sicherzustellen, dass die schnellst mögliche Suche nach einem Impfstoff mit höchsten ethischen Standards verbunden wird, sagt Biontech-CEO und Mitbegründer Ugur Sahin auf Englisch. Erste Forschungsergebnisse lassen laut dem Unternehmen darauf hoffen, dass ein Stoff gefunden werde, der für alle Altersgruppen verträglich ist.

Erstes deutsches Unternehmen im Verfahren

Die weiteren Daten aus der klinischen Prüfung werden nun unmittelbar eingereicht und bewertet. Biontech ist das erste deutsche Unternehmen, das die EMA für diesen Prozess zugelassen hat. Der Konzern AstraZeneca musste vor drei Wochen die Studien vorläufig einstellen, nachdem sich bei eine Probandin unerwünschte Nebenwirkungen gezeigt haben. An der Biontech-Studie nehmen 37 000 Menschen teil, 28 000 haben bereits die zweite Impstoff-Dosis erhalten.

Das jetzt gewählte Verfahren soll den Genehmigungsprozess beschleunigen. Die letzte Entscheidung über eine Genehmigung fällt die Europäische Kommission. Sahin spricht von einem Prozess, der in einem noch nicht gekannten Tempo stattfindet.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Joe Weingarten begrüßte den Schritt von Biontech und Pfizer: Es sei ein “Signal der Hoffnung”. Aber er warnt auch: “Die Pandemie ist im Falle einer zeitnahen Impstoffentwicklung nicht sofort beendet. Wir müssen uns weiter an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln halten, um neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu vermeiden.”