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Bereits im Oktober 2019 stellte Greenpeace schriftliche Abfragen bei Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, Rewe und Real. Die erschreckenden Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Das Frischfleisch der großen Supermärkte stammt zu etwa 88 Prozent von Tieren, die unter qualvollen und häufig illegalen Bedingungen gehalten wurden. Im Handel wird dieses Fleisch mit der Haltungsform 1 oder 2 gekennzeichnet.

 

Aus den Angaben der Supermärkte zur Umsetzung der freiwilligen Kennzeichnung des Fleisches (Haltungsform 1-4), zum Sortiment und zur künftigen Einkaufspolitik erstellte Greenpeace ein Ranking. Dabei schneidet jeder der Märkte schlecht ab. Kaufland hat mit 179 von insgesamt 1.000 Punkten noch das beste Ergebnis. Real, Netto und Edeka schneiden am schlechtesten ab. Real führte die freiwillige Kennzeichnung gar nicht erst ein und machte auch keine weiteren Angaben.

„Es ist erschreckend, wie viel Tierleid noch immer im Sortiment der Supermärkte steckt“, so Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. „Billigfleisch schadet Umwelt, Klima und Gesundheit. Der Handel muss Fleisch aus klimaschädlicher und tierschutzwidriger Produktion aus den Regalen nehmen.“

Die vierstufige Kennzeichnung für Frischfleisch

Im Frühjahr 2019 führte der Handel eine vierstufige Kennzeichnung für die Frischfleischprodukte der Eigenmarken ein. Die Haltungsform 1 steht hierbei für Stallhaltung und entspricht dem gesetzlichen Mindeststandard. Haltungsform 4 hingegen ist mit Bio zu vergleichen. Laut der Abfrage setzen alle Supermärkte – außer Real – die Kennzeichnung größtenteils um. Lücken gibt es bei der Kennzeichnung aber noch an den Frischetheken. Kaufland ist der einzige Markt, bei dem auch an der Theke komplett gekennzeichnet wird. Fleisch der Fremdmarken hingegen wird bei allen Märkten kaum bis gar nicht gekennzeichnet.

„Nur eine verpflichtende Kennzeichnung ermöglicht eine bewusste Kaufentscheidung im Supermarkt. Das versucht Landwirtschaftsministerin Klöckner bislang zu verhindern“, betont Töwe.

Bei der Frage nach Umstellung auf besseres Fleisch blieben alle Supermärkte mit ihrer Antwort sehr vage. Bei Schweinefleisch und Rindfleisch möchte Lidl bis 2022 bzw. 2025 auf die Haltungsform 1 komplett verzichten. Aldi Nord, Aldi Süd, Rewe und Penny planen die Umsetzung gleichermaßen, allerdings ohne zeitliche Angabe.

Proteste von Greenpeace gegen Billigfleisch

Greenpeace-Aktive protestieren am heutigen Samstag in 55 Städten gegen Billigfleisch und klären die Kunden der Supermärkte auf. „Von Tierwohl reden, aber vorrangig Billigfleisch bewerben – das passt nicht zusammen! Wenn die bäuerlichen Betriebe in eine bessere Tierhaltung investieren sollen, dann brauchen sie faire Preise und langfristige Verträge“, äußert sich Töwe. Ehrenamtliche werden in den folgenden Wochen das Sortiment der Märkte verstärkt in Augenschein nehmen.

Hier geht es zur Abfrage von Greenpeace