Die Nachbarn bedanken sich bei Lea und Gernot mit einem Plakat | Quelle: Jutta Westhäuser

Nachrichten Ginsheim-Gustavsburg | Seit 59 Tagen spielt Gernot Siehr gemeinsam mit seiner Ziehtochter Lea täglich kleine Konzerte auf ihrem Dachbalkon in der Hochheimer Straße im Stadtteil Gustavsburg. Pünktlich um 19 Uhr erklingt die „Ode an die Freude“, gespielt von einer Trompete und einem Tenorhorn.


Gernot Siehr dazu

„Die Idee kam mir eigentlich schon recht früh“, erklärte Gernot Siehr. „Ich weiß, wie wichtig in einer solchen Zeit Rituale sind und mit welch einfachen Dingen man als Hobbymusiker Menschen eine Freude machen kann. Den letzten Anstoß und Mut dazu gab mir eine Mail der EKD, die Musiker dazu aufgerufen hatte, an festen Tagen in diesen Lockdown- Zeiten von Corona „Der Mond ist aufgegangen“ von den Balkonen aus zu spielen.“

Die Nachbarn sind begeistert

Seit dem 20. März spielen die beiden jeweils für etwa eine viertel bis halbe Stunde kleine Konzerte. Mal solistisch, mal im Duett und mal mit Playback. An diesem Dienstag spielen sie zum 60. Mal in treuer Kontinuität. Für die Konzerte gehen täglich in der Nachbarschaft die Fenster auf. Die Menschen gehen auf ihre Balkone und unter den geltenden Abstandsregelungen einzeln oder paarweise auf die Straße, viele singen mit, ein Paar tanzte sogar dazu.

Mit einem Plakat bedankten sich die Nachbarn

„Wo solch’ Musik ertönt, da kannst Du dich getrost niederlassen“, sagte ein Zuhörer, der regelmäßig mit seinem Fahrrad zu den Konzerten kommt. Auch die Nachbarn aus den umliegenden Gärten sind begeistert und zeigen sich für die musikalische Abwechslung in diesen schwierigen Zeiten dankbar. Als Dankeschön wurde für auch ein Plakat gestaltet und aufgehängt.