Im Januar hat ‚MainzZero – Klimaentscheid Mainz‘ begonnen von Mainzer Bürger*innen Unterschriften zu sammeln, um die Stadt davon zu überzeugen, Mainz bis 2030 klimaneutral zu gestalten. Wie die Initiatoren jetzt melden, hat die Initiative bis Ostern schon mehr als 7.200 Unterschriften gesammelt. „Darauf sind wir stolz, vor allem angesichts der Corona-Situation, die uns beim Sammeln und bei öffentlichen Veranstaltungen deutlich einschränkt“, sagt Sophia Georgopoulou von der Bürgerinitiative.


„Wir bedanken uns bei allen Mainzer*innen für die tolle Unterstützung und für den großen Zuspruch, den wir beim Sammeln erfahren“.

Die Initiatoren sind sehr zuversichtlich, dass sie die mehr als 10.000 Unterschriften, die sie sich zum Ziel gesetzt haben, im Mai erreichen werden. Und freuen sich darauf, die gesammelten Unterschriften dann an Oberbürgermeister Michael Ebling und Umweltdezernentin Katrin Eder zu übergeben.

Unterschriften-Endspurt

Katharina Kaiser von MainzZero ergänzt: „Wir rufen alle Mainzer*innen jetzt zum Unterschriften-Endspurt auf: je deutlicher wir die Zahl der rechtlich notwendigen Unterschriften übertreffen, umso klarer ist das Signal an die Stadt: die Bürger*innen wollen die Klimawende in Mainz und zwar jetzt!“

Wer Mitbürger*innen kennt, die noch unterschreiben wollen oder die selbst gesammelte Unterschriften zu Hause haben, sollte diese bis Ende Mai an einer der vielen Sammelstellen in Geschäften, an den markanten gelben Fahrrädern oder in den gekennzeichneten privaten und gewerblichen Briefkästen einwerfen (Übersicht der Sammelstellen unter klimaentscheidmainz.de) oder per Post an die aufgedruckte Adresse senden. Nur so kann das angestrebte Ziel erreicht werden.

Klimastadtplan zeigt Machbarkeit von Klimaneutralität in 2030

In Zusammenarbeit mit dem bundesweit agierenden, Partei übergreifenden Verein GermanZero wurde ein Klimastadtplan für Mainz erstellt. Von Wissenschaftlern erarbeitet zeigt der Klimastadtplan auf, welche Maßnahmen auf kommunaler Ebene wichtige Schritte in Richtung Klimaneutralität sind. Abrufbar ist er auf der Website des Klimaentscheids.

„Der Klimastadtplan bestätigt, dass Klimaneutralität in 2030 machbar ist“,

erklärt Caterina Wolfangel von MainzZero.

„Allerdings macht er auch deutlich, dass es dazu gezielter Anstrengungen der Stadt und der Mithilfe aller Bürger*innen bedarf“. Die erforderlichen personellen Ressourcen der Stadt sind genauso wie die aufzuwendenden Gelder beträchtlich. Doch in vielen der betroffenen Bereiche stehen Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU zur Verfügung, die gerade finanzschwachen Städten wie Mainz die Umsetzung bezahlbar gestalten. „Es geht um unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkelkinder – wir haben jetzt die Möglichkeit diese Zukunft lebenswert zu gestalten und wichtige Innovationen anzustoßen“, so Wolfangel weiter.

Klimaschutz als Pflichtaufgabe der Kommunen auf Landesebene verankern

Daraus ergibt sich eine zentrale Forderung an die laufenden Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz: Klimaschutz muss zur Pflichtaufgabe für Kommunen werden – wie es in anderen Bundesländern wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen bereits der Fall ist. Die 20er Jahre sind ganz entscheidend, um die Klimakrise zu bewältigen und die zwingend notwendigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Deshalb ist es überfällig, Klimaschutz als Pflichtaufgabe auf allen Ebenen zu verankern – und damit entsprechend finanziell auszustatten. Der Klimaentscheid Mainz hat sich deshalb an die Mainzer Landtagsabgeordneten der drei Koalitionsparteien gewandt und drängt darauf, dass deren Wahlkampfaussagen auch in die Koalitionsvereinbarung eingebracht und umgesetzt werden. „Alle Parteien haben Klimaschutz im Wahlkampf zu einem zentralen Thema gemacht. Jetzt müssen sie zeigen, dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis war“, fordert Hans-Georg Frischkorn, der bei ‚MainzZero‘ den Dialog mit der Politik koordiniert.

Die detaillierten Forderungen und Ziele von ‚MainzZero – Klimaentscheid Mainz‘ und weitere Infos zum Bürgerbegehren sind unter www.klimaentscheid-mainz.de zu finden.