Rheinland-Pfalz | Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Behindertensport in Deutschland und die Paralympics standen im Mittelpunkt des Austauschs zwischen dem Vorsitzenden der Sportministerkonferenz (SMK), Minister Roger Lewentz, und einer Delegation des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) unter Leitung von DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.


Sport für Menschen mit Behinderung wichtig

In dem Gespräch, an dem auch DBS-Generalsekretär Torsten Burmester,Paralympicssiegerin Hannelore Brenner (Para Dressur) sowie mit Karl-Peter Bruch und Olaf Röttig der Präsident und der Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbands Rheinland-Pfalz teilnahmen, waren sich alle Beteiligten einig, dass Sporttreiben für Menschen mit Behinderung eine besondere Bedeutung habe. Es gelte die Angebote zu erhalten und möglichst auszubauen.

Gute Strukturen in Rheinland-Pfalz

v.l. Karl Peter Bruch (Präsident BSV RP), Hanne Brenner (Spitzensportlerin Para-Dressur), Friedhelm-Julius Beucher (Präsident DBS), Minister Roger Lewentz | Bildquelle: MdI RLP

„In Rheinland-Pfalz können wir seit vielen Jahren auf gute Strukturen im Bereich des Behindertensports bauen. Der Behinderten- und Rehasportverband, Special Olympics und der Gehörlosensportverband in Rheinland-Pfalz arbeiten durch eine gemeinsame Koordinierungsstelle eng mit dem Landessportbund zusammen. Auch daher wissen wir, dass gerade im Bereich des Behindertensports noch nicht alle Potentiale ausgeschöpft sind. Auch teile ich die Einschätzung des DBS, was die besondere Belastung des Behindertensports durch die Einschränkungen der Pandemie angeht. Ich bin daher froh, dass wir den Behindertensport als ein wichtiges Schwerpunktthema der Sportministerkonferenz für die Zeit des rheinland-pfälzischen Vorsitzes vereinbart haben“, sagte Minister Lewentz.

„Der Para Sport ist seit vielen Jahren fest verankert in der Agenda der Sportministerkonferenz. Dies erfordert den ständigen Dialog“

sagt Beucher, der gleichzeitig die derzeitigen Probleme ansprach

„Die Corona-Pandemie erschwert nicht nur die Vorbereitungen auf die verschobenen Paralympischen Spiele, sie trifft auch den Breiten- und Rehabilitationssport hart. Unsere Landesverbände und Vereine prognostizieren einen Mitgliederverlust von bis zu 15 Prozent, damit leidet der Behindertensport überproportional an den Folgen der Pandemie. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass Sportangebote für Menschen mit Behinderung nicht nur erhalten, sondern auch ausgebaut werden“, betont Beucher.

Enormer Mitgliederverlust

Schließlich hätten laut zweitem Teilhabebericht der Bundesregierung 46 Prozent der Menschen mit Behinderung schon vor Corona angegeben, nie Sport zu treiben. Dies zu ändern, sei auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Karl-Peter Bruch bestätigt den enormen Mitgliederverlust auch aus Rheinland-Pfalz: „Wir erhalten viele Rückmeldungen aus den Mitgliedervereinen und teilweise kommt es zu drastischen Abnahmen der Aktiven. Daher müssen wir als Verbände, aber auch als gesamte Gesellschaft, den Vereinen im Behinderten- und Rehabilitationssport größtmögliche Unterstützung zusagen, damit diese auch in Flächenländern wie Rheinland-Pfalz weiterhin allen Menschen mit Beeinträchtigungen ein möglichst wohnortnahes Sportangebot bieten können.“