Nachrichten Rüsselsheim | „Der Bahnhof ist die Visitenkarte der Stadt, denn viele Menschen kommen nach Rüsselsheim mit dem Zug oder der S-Bahn“, erklärt Oberbürgermeister Udo Bausch anlässlich einer Sicherheitsbegehung der Station „Rüsselsheim“. Aus diesem Grund fordert er, dass einer der zentralsten Orte der Rüsselsheimer Innenstadt nicht nur sicher, sondern auch sauber ist.


Rundgang vor Ort

Der Rundgang des Oberbürgermeisters fand gemeinsam mit Stadtrat Nils Kraft sowie Vertretern der Deutschen Bahn und der Bauverwaltung statt. Auch die neu gegründete Stabstelle „Sichere Innenstadt“ unter der Leitung der städtischen Kompass-Beauftragten Linda Kliese-Dürrich, nahm daran teil.

Dabei sollten Missstände in Augenschein genommen und gemeinsam überlegt werden, wie die Verwaltung und Deutsche Bahn ein freundliches und sicheres Ambiente schaffen können. Schlecht ausgeleuchtete Treppen, herumliegender Müll oder wildes Plakatieren lösen bei Vielen Unbehagen oder sogar Angst aus. Das wiederum schlägt sich dann im Sicherheitsgefühl der Menschen nieder. Mögliche Lösungen wären demnach eine Treppenbeleuchtung oder auch das regelmäßige Entfernen von Abfall.

Grundreinigung und neue Fahrradständer

Dass auch beim Thema Sauberkeit noch nachgearbeitet werden muss, wurde ebenfalls schnell deutlich. Der Boden des Bahnhofs ist übersät mit Kaugummis und Fettflecken. Auch die Gleisbetten, in denen viel achtlos weggeworfener Müll lag, oder volle Müllcontainer, die tagelang auf eine Leerung warteten, stießen auf Missmut. An zahlreichen Stellen wird zudem wild plakatiert und viele Hinweisschilder, Masten und Säulen sind mit Aufklebern gespickt. Der Bahnhof wird drei Mal pro Woche gereinigt. Trotzdem versprach der Leiter des Bahnhofsmanagements eine komplette Grundreinigung des Bahnhofs innerhalb der nächsten vier Wochen.

Zudem müssen häufig die Treppengeländer als Stellplätze für Fahrräder herhalten, da scheinbar die Kapazität der offiziellen Fahrradständer rund ums Bahnhofsgelände nicht ausreicht. Aus diesem Grund sollen die vorhandenen Fahrradstellplätze am Bahnhof zeitnah fast auf das Doppelte aufgestockt werden.



Der Fahrstuhl ist häufig defekt

Schließlich ging es über Treppen eine Etage tiefer, um durch die Unterführung zu den Gleisen zu gelangen. „Unglücklicherweise ist auch der Fahrstuhl immer wieder defekt“, stellte Oberbürgermeister Bausch fest. Die Stadt und die Deutsche Bahn einigten sich darauf, dass die Reparatur zügiger erledigt werden müsste. Der Bahnhofsmanager versprach, sich umgehend darum zu kümmern.

Am Beispiel der Aufzüge wurde auch deutlich, dass seitens der Stadtverwaltung nicht immer klar sei, wer bei der Deutschen Bahn für was zuständig ist. Dadurch gingen oft Zeit und Informationen verloren, bis die zuständige Person gefunden wurde. Bausch wünschte sich daher für die Stadtverwaltungen einen festen Kontakt, der die Informationsflüsse bündele. Dies hatte die Deutschen Bahn zugesagt.

Mehr Sicherheit mit Ordnungspartnerschaft?

Neben der Sauberkeit des Bahnhofs beschäftigte sich die gemeinsame Gruppe auch mit dem Thema Sicherheit. Hierzu wurden unter anderem die Treppengänge und Unterführungen in Augenschein genommen und teilweise für zu dunkel befunden. Aus diesem Grund sollen zusätzliche Leuchten installiert werden.

Oberbürgermeister Bausch mahnte auch an, dass die Bundespolizei am Rüsselsheimer Bahnhof verstärkt Präsenz zeigen müsse, denn „die Sicherheit unserer Reisenden beginnt bereits beim Lösen des Tickets im Bahnhof“. Er bot daher Streifengänge der Stadtpolizei zur Unterstützung an. Dies sei jedoch mangels Zuständigkeit und Befugnis rechtlich nicht so leicht umsetzbar. Darum brachten die Bahnverantwortlichen eine sogenannte Ordnungspartnerschaft zwischen Bundespolizei, Deutscher Bahn und der Stadt ins Gespräch. So könnten dann regelmäßige Streifen nach Abstimmung von DB Sicherheit, Bundes- und Landespolizei, dem Bahnhofsmanagement und den Rüsselsheimer Ordnungsbehörden gemeinsam durchgeführt werden.

Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen noch in diesem Jahr die alten Sitzbänke und Müllbehältnisse mit neuen Gerätschaften im Wert von 250.000 Euro ersetzt werden. Und auch am Beispiel des defekten Fahrstuhls zeigt die Deutsche Bahn Zuverlässigkeit, denn schon drei Tage nach der Begehung war das Problem behoben. Vollbeladene Reisende, Familien mit Kinderwagen oder gehbehinderte Menschen können nun wieder den Fahrstuhl nutzen.