Aus dem Archiv der LmDR: Deutsche Schüler 1978 in Batamschinsk- Aktobe, Kasachstan

Saarlouis. Im 18. Jahrhundert siedelten viele Deutsche in die Steppen Kirgisiens über. Die Hoffnung auf eigenes Land lockte sie. Doch Kriege und Ideologien erschwerten den Nachfahren des Leben. Eine Ausstellung in der Saarlouiser Stadtbibliothek zeigt nun diese wechselhafte Geschichte.

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Katharina die Große war selbst deutschstämmig. Die Zarin kannte den guten Ruf, der den Bauern ihrer Heimat voranging. Deswegen verabschiedete sie am 22. Juli 1763 ein Manifest, das Deutschen, die sich in den Steppen Russlands und Kirgisiens niederließen umfangreiche Privilegien versprach. Zum Beispiel bis zu 30 Hektar Land. Sie sollten das Land wirtschaftlich erschließen.

So begann denn eine Aussiedlungswelle. Zumal die Deutschen in ihrer Heimat an den Spätfolgen des Dreißigjährigen Krieges und der politisch instabilen Lage in den vielen Kleinstaaten litten. An der Wolga, in den Steppen und im Kaukasus entstanden so deutsche Siedlungen.

Pogrome gegen Deutsche

Gut 100 Jahre später drehte sich der politische Wind: In der Folge der beiden Weltkriege kam es in der kommunistischen UdSSR zu Repressalien gegen die Deutschrussen: von Enteignungen bis hin zu Pogromen. In der Folge kehrten viele in die Heimat der Ahnen zurück.

Zum Jahrestag des Manifestes, dem 22. Juli startet in der Saarlouiser Stadtbibliothek eine Ausstellung über die Geschichte der Russlanddeutschen. Begleitet wird sie von der deutschrussischen Landsmannschaft. Diese erhofft sich dadurch auch einen Abbau von Vorurteilen und eine höhere Akzeptanz russlanddeutscher Spätaussiedler.


In der Stadtbibliothek Saarlouis zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 11. August. Der Eintritt ist frei.