Die IG Metall hat eine Umfrage in Betrieben gemacht. Das Ergebnis: 11 Prozent der Befragten wollen weniger ausbilden als bisher. Die IG Metall warnt: „Es darf keine Generation Corona unter den Auszubildenden und dual Studierenden geben.“

-Werbung-

500 Betriebe hat die IG Metall befragt. 11 Prozent wollen weniger ausbilden. Ein Trend. Noch im Mai lag die Zahl bei 7,3 Prozent, wie die Gewerkschaft mitteilt. Christiane Benner führt dies auf die Corona-Krise zurück. Die Zweite Vorsitzende der IG Metall sagt: „Für die berufliche Zukunft junger Menschen muss jetzt noch mehr getan werden, um dramatische Langzeitfolgen wie eine hohe Jugendarbeitslosigkeit oder eine verstärkte soziale Ungleichheit zu vermeiden.“

Vor allem die Abgänger von Hauptschulen und Realschulen sind laut Benner betroffen. Das ziehe soziale Folgen nach sich. „Soziale Ungleichheiten werden damit verstärkt“, sagt Benner. Denn der technologische Wandel erfordere immer mehr Fachkräfte. In der Konsequenz bedeutet das, dass Jugendliche ohne Ausbildung stärker abgehängt bleiben.

Den Akademikern geht es besser als den reinen Lehrlingen. So geht laut der Umfrage die Zahl der Plätze für junge Menschen, die eine Lehre und ein Studium miteinander verbinden wollen nur um 6,1 Prozent zurück. Doch im Mai waren es nur 5 Prozent.

Und auch sonst seien Akademiker betroffen, teilt die IG Metall mit: 50 000 junge Akademiker seien in der IG Metall organisiert. „Sieben Prozent der Ferienbeschäftigten oder Werkstudierenden wurde bereits gekündigt“, teilt die Gewerkschaft mit. Neueinstellungen würden sogar bei fast einem Drittel der Betriebe zurückgenommen. „Berufspraxis und ein möglicher Weg auf ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis fallen weg. Und Studierende, die sich in der vorlesungsfreien Zeit mit einer Ferienbeschäftigung ihr Studium finanzieren, stehen jetzt mit leeren Händen da“, sagt Benner.

Die Zweite Vorsitzende der IG Metall fordert neben den Arbeitgebern auch die Politik zu größeren Anstrengungen für die junge Generation auf: „Das Ende Juni beschlossene Bundesprogramm „Ausbildungsplätze fördern“ ist sinnvoll, darf aber nicht auf kleine und mittlere Betriebe beschränkt bleiben.“

Folgende Regelungen hat die Bundesregierung beschlossen, um Ausbildung in Zeiten der Corona-Krise zu stärken:

– Unternehmen, die weiterhin im gewohnten Maß ausbilden, erhalten eine Prämie von 2000 Euro für jeden Ausbildungsplatz.

– Unternehmen, die die Zahl an Ausbildungsplätzen erhöhen, erhalten ebenfalls die 2000 Euro Prämie. Für jeden zusätzlich entstehenden Ausbildungsplatz gibt es dann 3000 Euro Prämie.

– Unternehmen, die mindestens zu 50 Prozent in Kurzarbeit gegangen sind, aber ihre Auszubildenden weiterhin beschäftigen, erhalten drei Viertel der Brutto-Ausbildungsvergütung erstattet.

– Wer Auszubildende übernimmt, deren Betrieb in die Insolvenz gegangen ist, erhält eine Prämie von 3000 Euro.

– Auszubildende, deren Betrieb in die Insolvenz geht, können ihre Ausbildung in Auftrags- und Verbundsausbildung abschließen.

 

-Werbung-