Quelle: Jonas Draeger

Ganz Deutschland stellt sich derzeit die gleichen Fragen: Wie schlimm wird die Corona-Krise das Land treffen? Wie lange hält die Pandemie an? Welche Opferzahlen sind zu befürchten und welche Zukunft hat die deutsche Wirtschaft? Bisher gibt es aber noch keine Antworten auf diese Fragen. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat aber bereits mehrere Szenarien für die Krise entworfen. Eine schnelle Kontrolle des Virus ist möglich. Doch auch ein Worst-Case-Szenario mit mehr als einer Million Todesopfern. Wie eine neue aposcope-Umfrage zeigt, befürchtet 70 Prozent des Apothekenpersonals, dass in Deutschland viele Menschen an dem Virus sterben werden.

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Die Angst vor dem Worst-Case-Szenario steigt

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürften mit einem geschätzten Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von 4 Prozent selbst im Best-Case-Szenario des BMI gravierend sein. Die gesundheitliche Situation sollte sich hierbei aber noch gezielt kontrollieren lassen. Doch ob eine Kontrolle möglich ist, bleibt fraglich. Die Wahrnehmung des Virus und seiner Folgen hat sich in den vergangenen Wochen spürbar verändert. Auch bei dem Personal von Apotheken. Grund hierfür sind die steigenden Infektionszahlen und die teilweise dramatische Lage in anderen europäischen Ländern.

Laut den Ergebnissen der aktuellen Umfrage von aposcope fürchten inzwischen 70 Prozent der Befragten, dass auch in Deutschland bald viele Menschen an Covid-19 sterben könnten. Vor einem Monat lag der Anteil noch bei 28 Prozent. Der Wert hat sich von Woche zu Woche deutlich erhöht. Allein im Vergleich zur vergangenen Woche zeigt sich ein Anstieg von 66 Prozent auf 70 Prozent.

Sicht auf die mediale Berichterstattung hat sich geändert

Ebenfalls 70 Prozent des Apothekenpersonals halten die „normale Grippe“ nicht mehr für gefährlicher als das Coronavirus. In Kalenderwoche 9 waren es lediglich 21 Prozent. Zugleich hat sich auch die Sicht auf die mediale Berichterstattung gewandelt. Immer weniger Befragte sind der Meinung, dass das Thema Coronavirus in den Medien dramatisiert wird. Während in Kalenderwoche 10 noch 90 Prozent des Apothekenpersonals diese Ansicht vertreten haben, ist es inzwischen mit 48 Prozent nicht einmal mehr die Hälfte.



Apothekenpersonal sorgt sich auch um die eigene Gesundheit

82 Prozent der Befragten befürchten, dass sich das Virus in den kommenden Wochen weiter massiv verbreiten wird. Trotzdem sind 71 Prozent mit den Informationen des Bundesgesundheitsministeriums und dem Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden.

Vor diesem Hintergrund wächst auch die Sorge, sich selbst mit dem Coronavirus zu infizieren. Diese wird von 49 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer inzwischen geteilt. Im Vergleich zur Kalenderwoche 11, als das nur 22 Prozent befürchteten, hat auch diese Sorge deutlich zugenommen. Bisher ist der Anteil des infizierten Apothekenpersonals jedoch gering. 94 Prozent geben an, dass es in ihrem Kollegenkreis bisher keine Erkrankungen gibt. Gleichwohl sorgen sich 35 Prozent der Befragten um das eigene Wohl und das der Teammitglieder.

Sorge um die Zukunft der Apotheken

Darüber hinaus bereitet auch die wirtschaftliche Zukunft den Apotheken Sorgen. In den ersten Tagen und Wochen erlebten Apotheken einen enormen Kundenansturm. In der Zwischenzeit ist es wesentlich ruhiger geworden. Die Folgen sind bei 23 Prozent Überstundenabbau, bei 30 Prozent flexible Arbeitszeiten und bei 8 Prozent Kurzarbeit. Daher bangen 30 Prozent der Befragten um die eigene finanzielle Lage. Von den Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmern sorgen sich zudem 28 Prozent um die Überlebensfähigkeit der Apotheke.

Hinweis zur Methodik

aposcope erhebt und analysiert Daten von Apothekerinnen, Apothekern und PTA. Seit dem 25. Februar 2020 wurden jede Woche verifizierte Apothekerinnen und Apotheker sowie und Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) zum Thema Coronavirus befragt. An der aktuellen Umfrage in der Kalenderwoche 14 haben insgesamt 307 Befragte teilgenommen. Die Umfrage repräsentiert die Meinung deutscher Apotheker und PTA.

Die Fragestellung lautete: „Inwiefern stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?“ Mögliche Antworten auf die Aussage „Ich habe Angst, dass bald auch in Deutschland viele Menschen an dem Coronavirus sterben werden.“ waren:

  • Stimme voll und ganz zu
  • Stimme zu
  • Stimme eher zu
  • Stimme eher nicht zu
  • Stimme nicht zu
  • Stimme überhaupt nicht zu
  • Keine Angabe/Weiß nicht
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