Sieht gut aus, macht aber krank. Symbolfoto Zucker: Pixabay

Neunkirchen. Es gibt Begriffe, die verstellen eher den Blick auf das, was sie bezeichnen sollen: “Diabetes mellitus Typ 2” ist so ein Begriff. Er steht für “selbst verschuldete Diabetes”. Menschen, die an dieser Krankheit leiden, haben sie durch ihren Lebensstil herbeigeführt – oder zumindest wahrscheinlicher gemacht. Experten gehen davon aus, dass die Krankheit sich künftig noch stark verbreiten wird – darauf hat die AOK Saarland im Zusammenhang mit der Vorstellung ihres Diabetes-Atlas hingewiesen.

Besser bekannt ist “Diabetes” als “Zucker”. Der volkstümliche Namen gibt einen Hinweis auf eine wichtige Ursache für die Erkrankung: ungesunde Nahrung – wer viel Fettes oder Zuckerhaltiges isst, erhöht die Risiken. Das Gleiche gilt für wenig Bewegung.

Laut AOK leiden in Deutschland 7,1 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes. In den nächsten 20 Jahren werde die Zahl auf 12 Millionen Menschen hochgehen. Dies könne nur durch effektive Prävention verhindert werden. Sprich: durch einen sich verändernden, allgemeinen Lebensstil mit mehr gesundem Essen und mehr Bewegung.

101 000 Erkrankungen im Saarland

Im Saarland sind 101 000 Menschen laut AOK an Typ-2-Diabetes erkrankt. Mit 11,1 Prozent lag der Anteil im Kreis Neunkirchen landesweit am höchsten, mit 9,7 Prozent im Regionalverband Saarbrücken insgesamt am niedrigsten. Damit liegt das Saarland insgesamt über dem Bundesschnitt.

Das gilt auch für den bereinigten Vergleich. Denn die Gefahr, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, nimmt im Alter deutlich zu. Ein bereinigter Vergleich berücksichtigt, ob in einer Region der Altersschnitt besonders hoch oder niedrig ist. Über die Hälfte der saarländischen Patienten ist älter als 70 Jahre.

Nicht nur das Alter ist laut AOK ein Grund für ein höheres Zucker-Risiko. Sondern auch Armut. Der Atlas zeigt: Wo die Menschen mehr Geld haben, gibt es niedrigere Werte im Bereich Typ-2-Diabetes. Das sei aber auch im Zusammenhang zu sehen: Wo es etwa weniger Möglichkeiten für Sport und Bewegung gebe, blieben die Menschen entsprechend passiver.