Zwar hat ist die Zahl der Frauen, die 2018 durch ihren Partner oder Ex-Partner umgebracht worden sind, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2017 um gut 17 Prozent gesunken, dennoch verbirgt sich hinter den 122 registrierten Todesfällen immer ein individuelles Schicksal.

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Wie das Bundeskriminalamt (BKA) in der neusten Statistik aufzeigt, wurden insgesamt mehr als 114.000 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt durch ihre Ehemänner, Partner oder Expartner. Hierzu zählt das BKA auch den Tatbestand durch Bedrohungen oder Nötigung.

Alarmierende Zahlen

Als sehr schockierend bezeichnet Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) die neusten Zahlen. „Sie zeigen, dass weiterhin viel zu viele Frauen unter Gewalt von ihrem Partner oder Ex-Partner leiden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde 2018 eine Frau in der Partnerschaft gefährlich körperverletzt.“

Waren es laut BKA-Daten 2017 noch 147 Tötungsdelikte ging 2018 die Zahl der Tötungsdelikte um 25 auf 122 Todesopfer zurück. Dennoch stieg die Gesamtzahl der Frauen, die Opfer von Gewalt in einer Partnerschaft betroffen waren an. So wurden im Vorjahr 114.393 (2017: 113.965) Fälle bei der Polizei angezeigt. Unter die angezeigten Straftaten fallen Delikte Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution.

26.000 Opfer bei den Männern

Nach BKA Angaben wurden im gleichen Zeitraum zirka 26.000 Männer von Ihren Ehepartnern, Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen oder Partner angegriffen, genötigt oder bedroht.

Ministerin Giffey macht klar, dass die Dunkelziffer jedoch sehr hoch sei. So suche tatsächlich nur jedes fünfte Opfer Hilfe. In einer sogenannten „Dunkelzifferstudie“ wird deutlich, dass in Deutschland jede dritte Frau in ihrem Leben einmal häuslicher Gewalt ausgesetzt sei. Den Anstieg der gemeldeten Fälle könnte auch durch ein geändertes Anzeigeverhalten zurück zu führen sein, so Giffey.

Initiative „Stärker als Gewalt“

Mit einer bundesweiten Initiative „Stärker als Gewalt“ wollen Bund, Länder und Kommunen das Hilfsangebot für Betroffene ausbauen. Hierzu wird unter anderem die Webseite stärker-als-gewalt.de online gehen.

„WIR MÜSSEN DAFÜR SORGEN, DASS GEWALT AN FRAUEN SO FRÜH WIE MÖGLICH ERKANNT WIRD UND FRAUEN SCHNELL HILFE BEKOMMEN. GEWALT AN FRAUEN GEHT UNS ALLE AN.“

Wichtig ist für Giffey auch, dass die Zahl der Frauenhäuser ausgebaut werden. Als Zufluchtsorte für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen, gibt es derzeit bundesweit nur zirka 350 Frauenhäuser. „Da müssen alle ran, damit wir einen Rechtsanspruch tatsächlich auch perspektivisch schaffen können,“ so die Ministerin.

 

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