Symbolbild Fusion Kaufhof und Karstadt | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Nachrichten Mainz | Die Karstadtfiliale in Mainz schließt zum 31. Oktober 2020. Das wurde den Beschäftigten vor rund zwei Wochen mitgeteilt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der 62 Beschäftigten liegt bei 18 Jahren.

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Viele Beschäftigte sind schon jahrelang bei Karstadt

Durch den beharrlichen Einsatz von Kollegen, gemeinsam mit ver.di, ist es zwar gelungen sechs Häuser, die ursprünglich ebenfalls von der Schließung betroffen waren zu retten, aber das Karstadt Haus in Mainz gehört nicht dazu. Die in Mainz beschäftigten Menschen werden nun entsprechend der Vereinbarungen die ver.di und der Gesamtbetriebsrat ausgehandelt haben behandelt. Neben den Bestimmungen aus dem Sozialplan wurde für die Beschäftigten, die teilweise seit ihrem 14. Lebensjahr bei Karstadt arbeiten, die Möglichkeit geschaffen, für ein halbes Jahr in eine Transfergesellschaft überzugehen. Aber was ist ein halbes Jahr Galgenfrist, gegen die im Durchschnitt 18 Jahre der Loyalität und Treue zum Unternehmen.

Es ist „5 vor 12“

Mit einer Kundgebung an diesem Montag auf dem Bischofsplatz in Mainz unter dem Motto: es ist „5 vor 12“, ruft ver.di und der Betriebsrat zur Solidarität mit den Karstadt Kolleginnen und Kollegen auf. Unter Einhaltung der Abstandsregelungen und der erforderlichen Hygienemaßnahmen, wird die Gewerkschaft ver.di gemeinsam mit den Beschäftigten von Karstadt Mainz der Forderung Nachdruck verleihen, die Transfergesellschaft von 6 auf 12 Monate zu verlängern. Die regionalen Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie die Stadtratsfraktionen sind gerne zur Kundgebung eingeladen.

Petra Kusenberg, ver.di Gewerkschaftssekretärin im Bezirk Mittelrhein dazu

„Wir fordern die Ministerpräsidentin sowie die Landtagsabgeordneten auf, Druck auf das Bundesarbeitsministerium zu machen, damit die Finanzierung der Transfergesellschaft auf 12 Monate verlängert werden kann. Wer so lange einen engagierten Job gemacht hat verdient mehr als ein halbes Jahr um sich zu qualifizieren. Unsere Forderung ist Adressiert an das Unternehmen und die Politik hier nachzubessern.“

Betriebsratsvorsitzende und Mitglied der Bundestarifkommission Martina Lauenroth dazu

„Letztes Jahr hatten wir einen Hoffnungsschimmer. Nach zähen Verhandlungen der Bundestarifkommission von ver.di und dem GBR, war es gelungen mit Galeria Karstadt Kaufhof eine akzeptable Vereinbarung abzuschließen, die uns Karstadt Beschäftigten, nach den Jahrelangen finanziellen Einbußen eine Stufenweise Erhöhung der Gehälter zusicherte. Die Freude darüber war von kurzer Dauer. Wir sind es leid immer die Rechnung zu bezahlen. Wenn wir schon unsere Jobs verlieren, sind jetzt das Unternehmen und die Politik in der Verantwortung uns eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Das kann nur geschehen, wenn die Transfergesellschaft auf 12 Monate ausgeweitet wird.“

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