Beim EWR-Neujahrskonzert begeisterten die Musikerrinnen und Musiker des Cinephonics-Workshops der Kreismusikschule Alzey-Worms. Foto: Simone Stier

Am Wochenende ließ die Kreismusikschule Alzey-Worms die katholische Kirche St. Joseph in Alzey buchstäblich mal in einem anderen Licht erstrahlen. Dort wo noch vor ein paar Wochen noch die hellen Lichter des Weihnachtsbaumes und Kerzenschein das Gotteshaus erleuchteten, strahle die Kirche, schon von weitem zu sehen, in einem grünen, roten und blauen Farbschimmer.

Von dem Lichterspektakel beeindruckt und in Erwartung auf das was sie erwartet, strömten die Gäste in das letztendlich bis auf den letzten Platz voll besetzte Gotteshaus. Dort wo sonst der Pfarrer vor dem Altar die gläubigen Christen um sich schert, hatten rund 100 Musikerinnen und Musiker der Kreismusikschule Alzey-Worms Platz genommen.

100 Musiker in illuminiertem Gotteshaus

Alleine schon die interessant illuminierte Atmosphäre, der nunmehr zehnten Auflage des Cinephonics-Workshops, den die Kreismusikschule in diesem Jahr erstmals als Neujahrskonzert der EWR präsentierte, versprach Spannung, und Unterhaltung, verbunden mit musikalischem Genuss vom Feinsten. Rund 100 Musikerinnen und Musiker waren mit dabei und begeisterten das Publikum mit einem über dreistündigen Konzert.

Nicht nur zahlreiche Highlight des großartigen musikalischen Könnens, sondern auch einige musikalische Überraschungen rundeten das vielfältige Programm ab. Das spannende Live-Hörspiel einer Neufassung von Oscar Wildes Meisterwerk „Das Gespenst von Canterville“ mit Heinz Rudolf Kunze als Erzähler bildete den ersten Teil des Konzertabends. Henrik Albrecht hatte das Werk eigens für Cinephonics umgeschrieben, als Geräusche-Macher fungierte Sebastian W. Wagner und machte das Stück mit täuschend echten Soundeffekten zu einem besonderen Erlebnis.

Höhepunkt: Hamburg – das Tor zur Welt

Auch die Instrumente übernahmen spezielle Rollen. Hörner signalisierten die Ankunft auf dem Schloss, Fagott und Tenorhorn symbolisierten sanfte Regenschauer und die Geige übernahm mit sanften Melodien die Rolle eines kleinen Mädchens. Inhalt des Stückes war die tragikomische Geschichte über Sir Simon, der als Gespenst seit vielen Jahrhunderten auf Schloss Canterville spukt. Allerdings gruseln sich die neuen Besitzer des Schlosses nicht vor ihm…

Als Höhepunkt im zweiten Teil des Konzertes begeisterte das Bravourstück der Höchststufe für Sinfonisches Blasorchester „Hamburg – das Tor zur Welt“ von Guido Rennert. Das grandiose Meisterwerk zeigt die bewegte Geschichte der Metropole an der Elbe – von der Hinrichtung Störtebekers 1401 über die große Sturmflut von 1962 bis zum heutigen St. Pauli auf. „Cinephonics war wieder ein tolles Erlebnis, die Musikerinnen und Musiker waren mit viel Begeisterung dabei“, betont der Musikalische Leiter des Cinephonics-Workshops und Dirigent des Konzertabends, Gerd Greis.

Überregionaler Workshop

Er hat den überregional ausgeschriebenen Workshop für sinfonisches Blasorchester ins Leben gerufen und im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Unterstützung erhält er dabei von Lehrkräften der Musikschule und von renommierten Dozenten aus Kulturorchestern und Musikhochschulen. Das alles macht die Konzertreihe zu dem erfolgreichen Projekt, das es heute ist. „Ich freue mich sehr, dass die EWR AG das herausragende Projekt als Kooperationspartner unterstützt“, betont Landrat Heiko Sippel, der   sich begeistert von der musikalischen Qualität des Konzertes zeigte.

„Bereits der e-rp war es stets ein wichtiges Anliegen, etwas zur musikalischen Ausbildung und zum kulturellen Leben in der Region beizutragen“, berichtet EWR-Vorstandsmitglied Udo Beckmann. Da sei es selbstverständlich, dass die Unterstützung auch nach der Fusion mit der EWR AG weitergeführt werde.