Elektronik & Technik – Unsere Smartphones sind ständige Begleiter in unserem Alltag und überall dabei. Neben ihrer Funktion als persönlicher Fotograf tritt das Handy heute auch als eine Art digitaler Sekretär auf, und kümmert sich um Termine, Notizen und alle möglichen Kommunikationen mit anderen Menschen, seien sie nun beruflich oder privat. Durch diese vielen einzelnen Aufgaben sammeln unsere Handys eine unglaubliche Anzahl von Daten über ihre Besitzer, und werden somit zu wahren Schätzen an privater Information.


Wer sich also darauf vorbereitet, ein altes Android Smartphone zu verkaufen, zu verschenken oder selbst nur zu entsorgen, der sollte äußerst gründlich mit der Löschung von alten Daten vorgehen, damit diese nicht in die falschen Hände fallen, wo sie zu einem Problem werden könnten. Wie sich Log In Daten und Fotos richtig löschen lassen, und wie ein VPN dabei helfen kann Hackern das Leben schwer zu machen, lässt sich hier nachlesen.

1. SD Karten löschen
Je nachdem welches Android Smartphone genutzt wird, befindet sich eine externe SD Karte im Gehäuse des Handys. SD Karten sind eine praktische Erweiterung des begrenzten internen Speichers von Smartphones, aber auch eine ziemliche Sicherheitsschwachstelle wenn sie in die falschen Hände geraten, da sie einfach abzulesen sind, und nur in den allerwenigsten Fällen durch ein eigenes Passwort geschützt sind. SD Karten lassen sich über das Smartphone bereinigen, sollten aber im besten Fall sollten sie nochmal über einen externen Kartenleser eingelesen werden. An einem Desktop oder Laptop lassen sich SD Karten neu formatieren und können direkt überprüft werden. Wenn die SD Karte im neuen Handy genutzt werden soll, kann sie natürlich auch ohne eine vorherige Formatierung eingebaut werden.

2. Daten Verschlüsseln
Viele Android Nutzer wissen wahrscheinlich gar nicht, dass ihr Betriebssystem die Verschlüsselung von Daten möglich macht, obwohl dies ein wichtiges Werkzeug in der Datensicherheit ist. Um es stark vereinfacht zu erklären, bedeutet Verschlüsselung in etwa, dass alle auf einem Gerät enthaltenen Informationen durch eine Art Häcksler gedreht werden, der die hinterbliebenen Teilchen danach hinter tausenden von einzelnen Passwörtern schützt. Sind Daten erstmal richtig verschlüsselt, ist es quasi unmöglich, sie wieder herzustellen und zu lesen. Um den Verschlüsselungsprozess bei einem Android Gerät zu beginnen, sollte dieses zunächst an den Strom angeschlossen sein, da dieser Ablauf ziemlich intensiv für den Akku ist. “Verschlüsseln” findet sich im Menü>Einstellungen<Sicherheit, und kann mehr als eine Stunde dauern.

3. Grundeinstellungen
Dieser dritte und letzte Schritt zu einer ordentlichen und sicheren Löschung alter Daten auf dem Android ist leider für die meisten Nutzer nach wie vor der einzige. Viele Leute sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass eine Rücksetzung auf die Werkseinstellungen ausreicht, um alte Daten zu löschen, obwohl das so nicht ganz stimmt. Wer aber Schritte 1 und 2 befolgt hat, sollte an dieser Stelle ohnehin nur noch verschlüsselte Daten auf dem Gerät haben, die nicht mehr zugänglich sind. Trotzdem ist auch die Rücksetzung auf die Werkseinstellungen wichtig, damit auch alle Accounts und verbliebenen Login Informationen vom Handy verschwinden. Auch dieser Prozess kann einige Minuten dauern. Wenn das Android neu startet, und das Menü für die Einrichtung eines Benutzerkontos und Sprachauswahl erscheint, ist auch dieser Prozess abgeschlossen, und das Smartphone kann verkauft, verschenkt oder fachgerecht entsorgt werden, ohne dass man sich Sorgen um persönliche Restdaten machen muss.

Ein paar Tipps, für die sichere Einrichtung eines neuens Android Gerätes

In den allermeisten Fällen folgt auf die Entsorgung eines alten Smartphones die Einrichtung eines neuen. Genau wie bei der Löschung von Daten gilt es auch hier ein paar Regeln einzuhalten, um das Risiko durch Hacker und andere Missetäter zu minimieren.

1. Einen VPN bei der Einrichtung benutzen
VPN steht für Virtual Private Network, und wie der Name schon vermuten lässt, stellen diese für ihre Nutzer eine Art privater Internetverbindung her. Durch die IP-Adressen, die Internetprovider ihren Kunden zuweisen, sind diese identifizierbar und leicht zu orten. Ein VPN wiederum ermöglicht es Nutzern, sich virtuell von anderen Orten aus einzuloggen. VPNs sind bei der Einrichtung und Verwaltung von neuen Geräten besonders praktisch, da sie zum Beispiel die Installation von Apps zulassen, die nur in bestimmten Regionen verfügbar sind, und den Standort ihrer Nutzer verschleiern.

2. Verschlüsselte Backups
Android Nutzer haben es besonders einfach, wenn es darum geht ihre Daten zu sichern, da sich diese automatisch über ihr Google Konto tun lässt. Wichtig ist hierbei, dass das Google Konto selber durch die sogenannte 2-Step Verification geschützt ist, damit der Zugang zu den Smartphonedaten ausreichend gesichert ist.  Wer sich lieber nicht durch das Cloud Angebot von Google absichern möchte, sollte die Daten vom alten Smartphone auf einer verschlüsselten Festplatte zwischenlagern, und von dort aus auf das neue Gerät laden.