Fahrräder am Mainzer Hauptbahnhof - ein Bild das bald der Vergangenheit angehört | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Die Landeshauptstadt Mainz teilt mit: Nachdem der Grundsatzbeschluss zum Bau des Fahrradparkhauses unter der Hochbrücke am Hauptbahnhof West und dessen Finanzierung aus der Stellplatzablöse getroffen wurde, ist das Gebäude innen wie außen den Nutzungsansprüchen entsprechend zu gestalten.

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Aktuell wird der Bereich unter der Hochbrücke in unmittelbarer Nähe zum zentralen Verknüpfungspunkt am Hauptbahnhof mit seinem Eindruck auf Besucherinnen und Besucher aber auch Bürgerinnen und Bürger dem Bild einer Landeshauptstadt jedoch nicht gerecht.

Aufgrund des vielfältigen Mobilitätsangebots wie

  • ÖPNV,
  • regionale und überregionale Zuganbindung,
  • Privatparken für Kfz,
  • Fernbusse,
  • Mietradstationen,
  • Taxistände,
  • DHL-Packstation,
  • Abstellanlagen für Privaträder sowie
  • Fußwege zu den umliegenden Parkhäusern und nahegelegenen Zielen

halten sich in diesem Umfeld täglich hunderte Reisende und Pendelnde gleichzeitig auf.

Da sich zugleich vor allem die Wohnbebauung entlang der Mombacher Straße aktuell und in den kommenden Jahren weiter entwickelt, wird die Wegeführung von der Mombacher Straße über den Weg vorbei am alten Postareal zukünftig stärker genutzt werden und für die Zuwegung zum Hauptbahnhof West mit seiner Verteilfunktion an Bedeutung gewinnen.

Mit dieser Entwicklung einher geht auch die massive Zunahme der dort abgestellten Räder. Ein weiterer Trend zeigt, dass immer mehr Nutzerinnen und Nutzer in ein teureres Fahrrad investieren – insbesondere auch Pedelecs und E-Bikes – um damit ihre Strecken in der Stadt zurückzulegen.

Neben einem Angebot von ausreichenden und geordneten Abstellanlagen, die der Übersichtlichkeit in diesem Raum dienen, ist daher auch das sichere und geschützte Abstellen hochwertigerer Räder zunehmend wichtig. Auch bietet dies die Chance, das Problem der sogenannten „Schrotträder“ minimieren zu können.

Die Fläche unterhalb der Hochbrücke ist Eigentum der Landeshauptstadt Mainz und bietet bereits heute Abstellmöglichkeiten für circa 500 Fahrräder. Dies wird dem Bedarf jedoch nicht gerecht. Mit der Errichtung des Fahrradparkhauses können die Kapazitäten verdoppelt und zugleich die Aufwertung des Raumes und die Qualitätssteigerung der Anschlüsse der Pendlerverkehre erreicht werden.

Hierfür ist es wichtig, das Fahrradparkhaus in seiner äußeren wie auch inneren Gestaltung dem Umfeld und den Nutzungsbedürfnissen anzupassen. Die Realisierung des Projektes wird von der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Schoyerer und dem Stadtplanungsamt durchgeführt.

Quelle: Architekturbüro Schoyerer

Kerndaten:

– 896 Doppelstockparker
– 85 Reihenparker
– 10 Radboxen
– 43 Stellplätze für Sonderräder
– Kosten: ca. 2,05 Mio brutto
– Bauzeit bis ca. Ende 2019

Außengestaltung

Damit der Raum unter der Hochbrücke keine negativen Assoziationen mehr hervorruft, die Aufenthaltsqualität gesteigert werden kann und das Fahrradparkhaus selbst nutzungsfreundlich gestaltet ist, muss auch die Fassade hell und möglichst transparent erscheinen.

Hierfür werden die Außenwände aus sogenanntem Streckmetall gebildet. Diese Konstruktion ermöglicht die Schaffung eines abgeschlossenen, gesicherten Raumes, der dennoch von außen wie von innen gut einsehbar und vor allem hell ist. Durch die Lochstruktur des Stahlgewebes wird das Objekt allseits gut beleuchtet. Die offene Gestaltung ist ein Sicherheitsgewinn für diesen Raum.
Das Fahrradparkhaus wird über einen gesicherten Zugang auf Höhe des Eingangs zum Hauptbahnhof West erreichbar sein, sodass der Einlass kontrolliert erfolgen kann. Zum Abstellen der Räder ist das Objekt in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befinden sich mit 30 % des gesamten Angebots bezahlte Abstellplätze, die übrigen 70 % entfallen auf kostenfreie Plätze.

Der Bezahlbereich ist zusätzlich über ein Drehkreuz gesichert. Dieses ist so konstruiert, dass man sowohl mit als auch ohne Fahrrad hindurchgehen kann. Dieser gesicherte Zugang wird in Serie produziert und hat sich in anderen Fahrradparkhäusern schon bewährt. Auch haben Nutzerinnen und Nutzer des Bezahlbereichs die Möglichkeit, einen festen Stellplatz zu mieten, sodass die Suche nach freien Radparkmöglichkeiten entfällt. Die Trennung zwischen den beiden Bereichen ist flexibel, damit diese je nach Nachfrage angepasst werden können.

Möblierung

Ein Großteil der Radabstellanlagen wird über sogenannte „Doppelstockparker“ gewährleistet. Hier kann das Fahrrad wahlweise in der unteren oder oberen Ebene abgestellt und an der dafür vorgesehenen Vorrichtung abgeschlossen werden.
Die Einstellung in die obere Etage wird von einer Gasdruckfeder unterstützt. So lässt sich die Schiene, auf der das Fahrrad abgestellt wird, leicht herabziehen und, nachdem das Rad drauf gestellt wurde, auch ohne hohen Kraftaufwand wieder nach oben bewegen. In der oberen Ebene rastet die Schiene automatisch in die Parkposition ein und wird durch einen Aufnahmekorb gesichert, der ein Zurückrollen des Rades verhindert. Das System besteht aus Serienbauteilen und ist bereits in anderen Fahrradparkhäusern erprobt und bewährt.
Neben den Doppelstockparkern werden auch Fahrradboxen und Schließfächer verortet. So haben Radfahrende die Möglichkeit, zusätzliches Gepäck, Anhänger und ähnliches sicher zu verstauen. Zudem können so auch Pedelec-Akkus geladen werden. Im kostenfreien Bereich sind ebenfalls Flächen für Sonderräder vorgesehen, für die ggf. mehr Abstellfläche benötigt wird, weil sie breiter oder länger sind als Standardräder. Neben Lastenrädern, Liegerädern oder Tandems zählen hierzu auch Dreiräder, die von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung genutzt werden.

Weitere Ausstattung

Der hinterste Bereich des Fahrradparkhauses weist aufgrund des abfallenden Brückenbauwerks eine geringere Höhe auf, weshalb das Aufstellen von Doppelstockparkern dort nicht mehr möglich ist. Diese Fläche kann zur Lagerung von „Schrotträdern“ oder genutzt werden. Damit bietet sich die Möglichkeit, auch das Problem von „Fahrradleichen“ im gesamten Umfeld des Hauptbahnhofes zu minimieren.
Da verlassene Fahrräder aus juristischer Sicht als Eigentum zählen, gestaltet sich die Entfernung der Räder aufwändig. Die betroffenen Fahrräder müssen nach dem Entfernen für eine gewisse Zeit eingelagert werden. Damit geht ein hoher zeitlicher, organisatorischer und personeller Aufwand einher. Dies kann nun durch die zur Verfügung stehende Fläche im Fahrradparkhaus und dessen räumliche Nähe auf ein absolutes Minimum beschränkt werden.

Durch die Schaffung der attraktiven Abstellmöglichkeiten einerseits und das erleichterte Abräumen von Schrotträdern andererseits, profitiert das Bahnhofsumfeld insgesamt unmittelbar. Bei der Innenausstattung des Den beiden Bereichen im Fahrradparkhaus ist eine kleine Servicestation vorgelagert, die der Kontrolle und Überwachung dient. Zum einen hat das dortige Personal einen Blick auf ein- und ausgehende Nutzerinnen und Nutzer, zum anderen kann es durch regelmäßige Begehungen des Fahrradparkhauses für ein zusätzliches Sicherheitsgefühl sorgen. Zusätzlich kann die Servicestation der Information und Beratung der Kundinnen und Kunden dienen.

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