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Nachrichten Wiesbaden | Die Gewerkschaft Ver.di ruft ab heute zu neuen Streiks in Hessen auf. Damit will die Gewerkschaft Druck in den laufenden Tarifverhandlungen machen. Vor allem am Samstag kommt es zu Einschränkungen.

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Drei Tage wird gestreikt

Der Aufruf von Ver.di richtet sich für diesen Donnerstag (19.11.2020) und Freitag (20.11.2020) an die Beschäftigten in der Verwaltung und dem Technischen Betrieb (Werkstatt). Für Samstag (21.11.2020) richtet sich der Aufruf an das gesamte Unternehmen, also auch den Fahrdienst. Für alle drei Tage erstreckt sich der Streikaufruf jeweils von Betriebsbeginn bis Betriebsende, also 3:00 Uhr am Folgetag.

Busse in Wiesbaden fahren nicht

ESWE Verkehr versucht, die Folgen des Streiks für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass der Linienbetrieb bereits ab Freitag nicht mehr vollständig aufrechterhalten werden kann.

Die Mobilitätszentrale in der Marktstraße 10 bleibt an allen Streiktagen geöffnet. Die Mobilitätsinfos am Hauptbahnhof und am Luisenplatz hingegen bleiben während des Streiks geschlossen.

Der Ticketkauf ist neben der Mobilitätszentrale grundsätzlich weiter möglich:

  • an den Fahrscheinautomaten von ESWE Verkehr,
  • über die App des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV)
  • in den Vorverkaufsstellen, die zum Beispiel in verschiedenen Kiosken im Stadtgebiet betrieben werden.

Nach aktuellen Informationen laufen Schienenverbindungen (S-Bahn, Rheingaulinie und Ländchesbahn) innerhalb der Landeshauptstadt Wiesbaden sowie zwischen Mainz und Wiesbaden planmäßig. Gleiches gilt für die Gemeinschaftslinien von und nach Mainz sowie die in Wiesbaden verkehrenden Regionalbuslinien.

Nach aktuellen Informationen ist davon auszugehen, dass am Sonntag, 22. November, der Linienbetrieb wieder wie gewohnt stattfindet.



U- und Straßenbahnen fahren in Frankfurt nicht

Für Donnerstag und Freitag erwartet die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) geringe Auswirkungen. Am Samstag sehe das anders aus: Es sei damit zu rechnen, dass am Samstag (21.11.2020) ab etwa 3:00 Uhr für 24 Stunden alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien vom Streik betroffen sein werden. „U-Bahnen bilden das Rückgrat des städtischen Nahverkehrsnetzes, ihr Ausfall durch den Warnstreik wird viele Fahrgäste schmerzhaft treffen.“, schreibt die Gesellschaft in einer Mitteilung. Da aber S-Bahnen, Regionalzüge und Buslinien planmäßig verkehrten, können sie im dicht gestrickten Frankfurter Nahverkehrsnetz als Alternative weiterhelfen. Ein vollwertiger Ersatz für die wegen des Streiks nicht verkehrenden Linien seien sie aber nicht.

Verdi kämpft mit „festgefahrenen Verhandlungen“

Verdi bezeichnete die Tarifverhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband Hessen über einen Spartentarifvertrag Nahverkehr als festgefahren. Im Bundesland Hessen erhielten Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr durchschnittlich rund 180 Euro pro Monat weniger Vergütung als ihre Kolleginnen und Kollegen in den umliegenden Bundesländern. Die Verhandlungen für die rund 4.500 Beschäftigten sollen an diesem Dienstag (24.11.2020) fortgesetzt werden. Neben einer höheren Vergütung verlangt Ver.di auch eine Covid-Prämie.

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