Vorsicht vor angeblichen Microsoft-Mitarbeitern! | Foto Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

Seit Wochen häufen sich bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wieder einmal Beschwerden wegen unerwünschter Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter. „Die Masche mit dem angeblich virenverseuchten Computer hat derzeit wieder Hochkonjunktur“, so Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale. Sie rät, solche Gespräche sofort zu beenden.

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„Die Masche variiert immer wieder“, so Kaiser. „In der Vergangenheit öffnete sich auf dem PC der Nutzer ein Popup-Fenster. Darin wurden sie aufgefordert wegen eines angeblichen Virenbefalls eine 0800er Nummer anzurufen.“ In den letzten Wochen häufen sich hingegen wieder Beschwerden über unerlaubte Telefonanrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter.

Typische Fälle:

Ein angeblicher Mitarbeiter des technischen Supports von Microsoft behauptet beim Anruf, Betrüger hätten sich Zugriff auf den Computer verschafft. Der Zugriff sei bislang unentdeckt geblieben, weil die Betrüger die Warn-E-Mails, die Microsoft angeblich verschickt habe, sofort gelöscht hätten.

In einem anderen Fall wurde ein Verbraucher an einem Tag über fünf verschiedene Telefonnummern kontaktiert, um ein angebliches Problem an seinem PC zu beheben.

In anderen Fällen erhalten die Betroffenen mindestens zwei Mal pro Woche Anrufe von Personen, die behaupten, Microsoft-Mitarbeiter zu sein und ihnen weismachen wollen, ihr Computer sei infiziert.

Microsoft führt keine unaufgeforderten Anrufe durch

„Eins haben sämtliche Anrufe gemeinsam“, so Kaiser. „Die Anrufer sprechen entweder ein sehr schlechtes Deutsch oder kommunizieren auf Englisch.“ Die angezeigten Rufnummern können nicht zurückgerufen werden. Bei allen Rufnummern erfolgt die Ansage, die gewählte Rufnummer sei leider nicht verfügbar.

Microsoft führt nach eigenen Angaben keine unaufgeforderten Telefonanrufe durch, um schadhafte Geräte zu reparieren. Selbst auf offizielle Support-Anfragen erfolgen Hilfestellungen fast ausschließlich per E-Mail.

Tipps vom LKA und der Verbraucherzentrale

Das Gespräch mit einem vermeintlichen Support-Mitarbeiter sollte schnellstmöglich beendet werden. Denken Sie daran, wenn Unbekannte am Telefon sind: Legen Sie auf! – das ist keinesfalls unhöflich.

In keinem Fall sollten persönliche Daten preisgegeben werden.

Bei einem derartigen Telefonat sollte keine Fremdsoftware erworben oder gar auf dem eigenen Computer, Tablet oder Smartphone installiert werden.

Wer auf die Handlungsanweisungen des Anrufers eingegangen ist, sollte den Computer vom Internet und Strom trennen und den Betrugsfall der Polizei melden. Das geht zum Beispiel bei der Internetwache des jeweiligen Bundeslandes.

Zusätzlich bietet Microsoft ein Formular an, um Betrugsversuche zu melden. Anschließend sollte der betroffene Rechner nach Freigabe von der Polizei von einem Computerspezialisten auf Schadsoftware überprüft werden.

Wer zwar richtig gehandelt hat und nicht auf einen Betrugsversuch hereingefallen ist, kann die Telefonnummer des Anrufers ebenfalls bei der Polizei melden und zusätzlich bei der Bundesnetzagentur Bescheid geben, die bei Missbrauch Telefonnummern abschalten kann.

Weitere Informationen rund um das Thema Abzocke durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter finden Sie auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale.

Auch die Polizei bietet online Informationen zu dem Thema:

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