Die Saarländer besitzen überdurchschnittlich oft einen Organspendeausweis. Foto: Pixabay Jasmin 777

Saarbrücken. 91 Menschen im Saarland warten auf eine Organspende. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) mitgeteilt. Nach den Zahlen der Kasse sind die Menschen im Südwesten grundsätzlich skeptischer gegenüber der Organspende als im Rest der Republik – dafür haben überdurchschnittlich viele einen Spenderausweis.

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An diesem Donnerstag steht im Bundestag die Abstimmung an, wie künftig die Organspende geregelt werden soll. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die „doppelte Widerspruchslösung“ vorgeschlagen. Vereinfacht ausgedrückt gilt dann jeder als bereit, Organe nach seinem Tod zu spenden, wenn er dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Die Abstimmung wird eine „Gewissensfrage“. Das heißt die Abgeordneten folgen mit ihrer Stimme keiner Empfehlung ihrer Fraktion, sondern eben nur ihrem Gewissen.

Im Südwesten beschäftigt das Thema offensichtlich die Befragten: Laut TK-Umfrage haben 43 Prozent der Befragten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland einen Organspendeausweis. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt. Allerdings haben im Saarland 16 Prozent der Ausweisbesitzer schon jetzt ausdrücklich angegeben, dass sie keine Organe nach ihrem Tod spenden wollen. Das ist der schlechteste Wert deutschlandweit.

Saarländer sind Organspende-Skeptiker

Das erklärt auch eine andere Zahl aus der Umfrage der TK: Demnach stehen in den drei Ländern nur 77 Prozent der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Auch das ist der schlechteste Wert bundesweit. Der Schnitt liegt bei 84 Prozent.

„Wir als TK wollen mit gezielten Informationen dafür sorgen, dass unsere Versicherten sich mit der wichtigen Thematik auseinandersetzen und für sich eine Entscheidung treffen“, begründet Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland, warum sein Haus die Zahlen erhoben hat: „Das Wichtige dabei ist, dass diese Entscheidung – egal ob pro oder contra – auch in einem Organspendeausweis dokumentiert wird“, so Groh weiter. Neben den vorgeschriebenen Infobriefen habe sich die TK dem Thema auch in einem Sonderteil ihres aktuellen Mitgliedermagazins gewidmet.

Wer sich schon jetzt einen Organspendeausweis zulegen will, findet einen Vordruck auf der Internetseite der TK.