Beim Stadtrundgang lernten die Delegationen Mainz kennen. Foto: Luise Hussung

Im Zeichen des Landkreis-Jubiläums stand der Besuch zweier Delegationen aus den Partnerlandkreisen Bautzen (Sachsen) und Koscian (Polen) im Landkreis Alzey-Worms.

„Ich freue mich sehr, dass das Jubiläum ´50 Jahre Landkreis Alzey-Worms` Anlass für ein Treffen mit unseren beiden Partnerlandkreisen ist“, betonte Landrat Ernst Walter Görisch bei der Begrüßung der Gruppe  in der Gutsschänke „Alte Brennerei“ in Mölsheim.

Bei einer Weinprobe, moderiert von der Rhein-hessischen Weinkönigin Anna Göhring, zeigten sich die Gäste begeistert von Qualität und Vielfalt der Rheinhessenweine und interessierten sich für Anbau und Erzeugung. Begeistert vermittelte Anna Göhring einen Einnblick in den Weinanbau in Rheinhessen und die Vermarktung durch die Winzerbetriebe ins In- und Ausland.

Besuch bei Lufthansa Technik AERO

Über die Entwicklung und  die Tätigkeitsfel der der Firma Lufthansa Technik AERO informierten sich die Mitglieder der Delegation beim Besuch des Unternehmens, das 1987 in Alzey gegründet wurde. Am rheinhessischen Stammwerk sind rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Geschäftsführer Martin Hach berichtete, dass in Alzey Triebwerke aus der ganzen Welt gewartet werden. Darüber hinaus sind Technik-Teams des Unternehmens weltweit eingesetzt, um defekte Triebwerke vor Ort zu reparieren.

„Zwei neue Standorte der Lufthansa Technik AERO wurden vor kurzem in Polen eröffnet und in diesem Zuge 100 neue Arbeitsplätze geschaffen“, so Hach mit Blick auf die polnischen Gäste. Beeindruckt zeigten sich die Besucher bei der Führung durch die Werkhallen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen werden die  Triebwerke gewartet und im Anschluss in riesigen Holzkisten per Flugzeug zu den Airlines zurückgesendet.

Handgeschnitzte Holzfigur

Höhepunkt des Partnerschaftstreffens bildete die Teilnahme am Festakt „50 Jahre Landkreis Alzey-Worms“ in der Mensa der Alzeyer Gymnasien. Die Delegationen, angeführt von Starosta Henryk Bartozewski (Koscian) und Landrat Michael Harig (Bautzen), überbrachten zum runden Geburtstag persönliche Glückwünsche und Geschenke aus der jeweiligen Heimatregion. Landrat Ernst Walter Görisch freute sich über eine handgeschnitzte Holzfigur aus Koscian und über eine Sonnen-uhr aus Bautzen. „Wer zur Sonne schreitet, hat den Schatten im Rücken“, betonte Landrat Harig bei der Überreichung.

Beim anschließenden Umtrunk stand der Aus-tausch im Mittelpunkt. Seit 1990 pflegen die Landkreise Alzey-Worms und Bautzen eine lebendige, partnerschaftliche Beziehung. Viele persönliche Kontakte sind im Laufe der Jahre daraus erwachsen. „Unsere Partnerschaft konnte auch nach dem Zusammen-schluss des einstigen sächsischen  Partner-landkreises Kamenz mit Bautzen zu einem Großkreis mit heute rund 303.000 Einwohnern weitergeführt  werden“, erinnerte  Landrat Görisch an die Kreisreform in Sachsen 2008.

Beim Stadtrundgang lernten die Delegationen Mainz kennen. Foto: Luise Hussung

Auch für die Zukunft sei es wichtig, dass Menschen im westlichen und östlichen Teil Deutschlands im Gespräch und somit in Kontakt bleiben. Galt die partnerschaftliche Verbindung zunächst der Unterstützung beim Aufbau der neuen Verwaltungsstrukturen nach der Wiedervereinigung, sei aus diesen Anfängen heute eine lebendige Freundschaft entstanden.

Kinderzeltlager in Polen

2001 wurde der Vertrag über die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit dem Landkreis Koscian unterzeichnet. In der Vergangenheit fanden zahlreiche gemeinsame Kinder-Zeltlager in Polen und auf dem kreiseigenen Zeltplatz in Nieder-Wiesen statt.  Darüber hinaus pflegt die Kreishandwerkerschaft einen guten Kontakt zum polnischen Partner. Für die Zukunft könnte eine Zusam-menarbeit auf musikalischer Ebene umgesetzt werden.

Abschluss des Partnerschaftstreffens bildete eine Führung durch Mainz. Die Gäste lernten zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Landes-hauptstadt kennen und genossen das Flair des Wochenmarktes. „Partnerschaftliche Treffen sind wichtig, um andere Regionen kennenzulernen und freundschaftliche Kontakte über Regionen und Grenzen hinweg zu knüpfen und zu pflegen“, betonten die Landräte der Kreise.